Warum wir unsere Vorträge mit einem Gedicht beginnen.

Manchmal braucht es keine langen Erklärungen, keine Fachbegriffe und keine Statistiken, um zu zeigen, wie sich ein Mensch in einer Welt fühlt, die nicht für ihn gebaut wurde. Manchmal reicht ein Gedicht. Oder ein Bild. Etwas, das nicht argumentiert, sondern berührt.

Für Emma ist dieses Gedicht genau das: ein leiser, ehrlicher Einstieg in ihre Lebensrealität. Es wurde von einer engen Freundin für sie geschrieben – jemandem, der Emma gut kennt, ihre Art zu fühlen versteht und dem Emma sich nicht erklären muss. Die Worte beschreiben das Ringen zwischen Anpassung und Authentizität, zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Bedürfnis, sich selbst nicht zu verlieren.

Wir beginnen jeden Vortrag mit diesem Gedicht, weil es unseren Zuhörer auf wundervolle Weise vermittelt, was wir später in unseren Workshops, Gesprächen und Texten vertiefen: Dass Autismus nichts ist, dass man passend machen muss. Dass Anderssein kein Fehler ist. Dass Vielfalt nicht entsteht, indem Menschen sich verändern, sondern indem Räume sich erweitern.

Das Gedicht ist ein Spiegel für Emmas innere Welt – und gleichzeitig ein Fenster für alle, die verstehen möchten, wie sich neurodivergente Menschen in sozialen, schulischen oder beruflichen Strukturen oft fühlen. Es ist ein stiller Startpunkt, der die Zuhörer*innen nicht belehrt, sondern einlädt: hinzusehen, mitzudenken, mitzufühlen.